Das umfangreiche Wissen des Yoga wurde zwischen 200v.Chr bis 200n.Chr. von Patanjali in systematischer Weise zusammengefasst. In den 195 Yoga-Sutren bestehend aus kurzen prägnanten Sätzen beschreibt er die Funktionsweise des Geistes, der sich normalerweise weigert im Hier und Jetzt zu verharren

Im Ashtanga-Yoga, (teil von Raja Yoga) dem achtgliedrigen Yogapfad, beginnend mit Leitsätzen über korrektes Benehmen bis hin zum höchsten Ziel des menschlichen Seins, der Emanzipation und Selbstverwirklichung.

 

Diese acht Stufen sind:

1. Yamas Umgang mit der Umwelt (do´s)

2. Niyamas Umgang mit sich selbst, (dont´s)

3. Asana Körperübungen

4. Pranayama Atemtechniken

5. Pratyahara Rückzug der Sinne

6. Dharana Konzentration auf das Wesentliche,

7. Dhyana Meditation

8. Samadhi das Erkennen des eigenen Wesens

 

 Die Yamas werden unterteilt in

1.1. Ahimsa (Bewahren und Respektieren aller Lebewesen)

1.2. Satya (der Gebrauch der Sprache in einer rücksichtsvollen Art und Weise)

1.3. Asteya (das Respektieren fremden Eigentums, der Mitmenschen, sowie Naturbestände)

1.4. Brahmacharia (der vernünftige Umgang mit unserer (Lebens-)Energie)

1.5. Aparigraha (Mäßigung in Ernährung und Anhäufung materieller Güter)

 Die 2. Nyamas werden unterteilt in

2.1. Saucha (Reinlichkeit)

2.2. Santosha (Genügsamkeit)

2.3. Tapas (Erzeugen von Hitze - durch Pranayama, Asana, Bandhas, Mudras)

2.4. Svadyaya (Selbststudium)

2.5. Ishwara Pranidana (sich der Kraft der Schöpfung bewusst werden)

Die 3 - Asanas

Die Körperstellungen oder Asanas bringen eine körperliche und geistige Gesundheit. Das 46. Sutra von Patanjali gibt hinsichtlich Asana eine genau Angabe „Sthira Sukham Asanam“ eine Yogaposition soll kraftvoll und entspannt sein; „kraftvoll“ definiert den körperlichen Aspekt und „entspannt“ den geistigen, verbunden durch die Atmung.

Das uns im Westen bekannte Yoga beschränkt sich oft nur auf diesen Zweig des Yoga. Es ist für uns aber auch der  logische Zugang zum Yoga. Teilweise definieren wir uns oft über unseren Körper, anderseits „vernachlässigen“ wir oft unsere Körper aufgrund des modernen Lebensstils, wo wir zu wenig Bewegung machen. Erst wenn wir die Asanas über einen langen Zeitraum, ohne Unterbrechung mit einer gewissen Ernsthaftigkeit praktizieren, wird ein Verständnis und Respekt für uns und andere Lebewesen wachsen (Yama und Nyama). Oft stellen sich Veränderungen im Lebenstil und bei unserer Ernährung ein.

 

4 - Pranayama (Atmung - Umgang mit der Lebensenergie)

Wenn wir unsere Atmung bewusst regulieren, können wir auf den Geist und den Verstand - aber auch aufs Nervensystem sehr grossen Einfluss nehmen. Es ist die subtilere Form der Yogapraxis. Oft wird es nach den Asanas - manchmal aber auch davor durchgeführt.

 

 

5 - Pratyahara,

das Bindeglied zwischen grobstofflich und feinstofflich, den physischen Aspekten des Yogas und den subtileren Aspekten. Die Wahrnehmung zieht sich vom „Äusseren“ zurück.

 

6 - Dharana,

Konzentration. Die Aufmerksamkeit wird auf eine Sache gelenkt (wie zB. Mantras, Bilder,...) -  andere Objekte werden ausgechliossen. Sollten die Gedanken noch immer unruhig sein, sollte darauf nicht reagiert werden. Diese Stufe erfordert längere Yogapraxis.

 

7 - Dhyana

(Meditation, die Abwesenheit von Gedanken und ein Gefühl des „Einsseiens“. Wenn wir die Konzentration(Dharana) über eine lange Zeit halten können, führt diese Stufe zu einem Auflösen der Dualität. Der Beobachter und das Objekt verschmelzen.

 

8 - Samadhi

Selbstverwirklichung oder reines Bewusstsein. Die "Erleuchtung" - reine Glückseligkeit.