Der Kranich - Bakasana oder die Krähe - Kakasana
Der Kranich - Bakasana (von Baka = Kranich) Die­se Position wird manchmal auch „Kakasana“ - »Die Krähe« genannt, das ist jedoch nicht der ursprüngliche Name.

Der Kranich ist ein Wasservogel mit langen Beinen und einem graziösem Körper. Seine Bewegungen sehen elegant und bedächtig aus, und wenn er schläft, steht er auf einem Bein.

In China ist der Kranich ein Symbol für langes Leben und Glück. Manche Völker sahen ihn als Boten der Götter, der mit einer höheren Stufe des Bewusstseins verbunden war. Die Christen brachten den Kranich mit Wachsamkeit und Treue in Verbindung, bei den Kelten galt er als eine Verkörperung des Königs der Unterwelt. Der Schrei des Kranichs konnte sowohl die Ankunft des Frühlings als auch nahendes Unglück verheißen.

Der Kranich steht manchmal auf einem Bein, der Schüler in Bakasana auf beiden Armen. Die ersten Fragen, die sich in dieser Haltung dem Schüler stellen, sind: Wie kann ich das Gleichgewicht halten? Besitze ich genügend Kraft, um das Gleichgewicht zu halten? Was ist, wenn ich umfalle?

Bakasana fördert sowohl das körperliche als auch das innere Gleichgewicht und bereitet den Geist auf die Meditation vor. Die intensive Konzentration auf das Gleichgewicht stärkt das Nervensystem und verbessert die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit. Die Position ist eine der wichtigsten Posen für das Gleichgewicht der Arme und bildet die Basis für weitere Gleichgewichtspositionen. Es braucht Kraft, um die Position ausführen zu können, auch Mut und einen Sinn für Humor (In Bakasana am Anfang umzufallen ist wahrscheinlich).
 
Oft wird Bakasana so ausgeführt, dass die Hüften zu hoch sind und der Körper vertikal ausgerichtet ist. Auf diese Weise ist es zwar möglich, die Füße hoch zu bringen, aber das Gewicht wird für die Arme zu schwer und kann so nicht mehr im Gleichgewicht gehalten werden. Stabilität entsteht, indem der Oberkörper eher nach vorne als nach unten strebt.
 
Die körperliche Kraft kommt in Bakasana vor allem aus den Oberarmen, Schultern und Handgelenken, sowie dem Bauch und den Beinen. Die geistige Kraft erwächst aus einem Geist, der so konzentriert und geduldig ist wie die Augen eines Kranichs.

Stellen Sie sich vor, dass Sie das Gewicht Ihres Körpers wie die Flügel eines Vogels gleichmäßig ausbreiten können. Stabil und zugleich schwebend wollen Sie Ihre Reise in die Luft starten.